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Wohnmobilstellplatz eröffnen 2026: Einnahmen, Kosten und Rentabilität

2026-10-19
Wohnmobilstellplatz eröffnen 2026: Einnahmen, Kosten und Rentabilität

Wohnmobilstellplatz eröffnen 2026: Einnahmen, Kosten und Rentabilität

30 Stellplätze, 60 % durchschnittliche Belegung, 15 € pro Nacht. Ergebnis? Fast 98.600 € Umsatz im Jahr, nur aus den Übernachtungen.

Das ist kein Traum, sondern die Rechnung eines gut gelegenen und gut geführten Wohnmobilstellplatzes. Zwischen diesem Umsatz und Ihrer Betriebsmarge liegt aber eine ganze Reihe von Entscheidungen.

In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen die Zahlen, die Stellschrauben, die den Unterschied machen, und was es braucht, um 2026 aus einem Grundstück ein rentables Geschäft zu machen.

Der Reisemobil-Markt in Deutschland: die Zahlen, auf die es ankommt

Bevor wir über Investitionen sprechen, sprechen wir über Nachfrage. Ohne Nachfrage kein Geschäft.

Der Reisemobil-Tourismus in Deutschland ist auf Rekordniveau:

  • 75.368 neu zugelassene Reisemobile im Jahr 2025, knapp 1 % mehr als im Vorjahr und das drittbeste Ergebnis aller Zeiten. Die privaten Neuzulassungen stiegen um 7,2 % auf 49.983 Fahrzeuge, dazu kamen 192.239 Besitzumschreibungen gebrauchter Freizeitfahrzeuge, ein Rekord (CIVD).
  • Fast 44,7 Millionen Camping-Übernachtungen im Jahr 2025, so viele wie nie, 4,2 % mehr als 2024 und knapp ein Viertel mehr als 2019 (Destatis). Rund jede elfte Übernachtung in Deutschland fand auf einem Campingplatz statt.
  • Steigende Preise: Laut Destatis war eine Übernachtung auf einem Wohnmobilstellplatz 2025 32,2 % teurer als 2020. Das ist mehr als bei der Campingplatzgebühr (+28,7 %), bei Übernachtungen insgesamt (+26,9 %) und bei den Verbraucherpreisen allgemein (+21,9 %).

Übersetzt: Die Nachfrage ist da, sie wächst, und Gäste akzeptieren höhere Preise. Das heißt aber nicht, dass jeder Stellplatz automatisch Geld verdient. Mehr zum Markt lesen Sie in Der Wohnmobil-Boom in Deutschland: Chance für Stellplatzbetreiber.

Die 5 Stellschrauben, die über Ihre Marge entscheiden

Stellplätze in mittelmäßiger Lage können mehr umsetzen als Plätze in Top-Urlaubsregionen. Der Grund? Die Führung. Das macht wirklich den Unterschied:

1. Lage (die Variable, die Sie nicht ändern können)

Nord- und Ostsee, Seen, Flüsse wie Mosel oder Rhein, historische Städte, Nationalparks, Radwege, Thermen und Weinregionen. Dort „läuft“ die Belegung fast von allein. An Durchgangsstrecken oder ohne touristische Anziehungspunkte brauchen Sie mehr Marketing, mehr Service und wettbewerbsfähige Preise, um den Platz zu füllen.

2. Services, die den Durchschnittsbon erhöhen

Nicht alle Services sind gleich viel wert. Manche rechtfertigen höhere Preise, andere bringen wiederkehrende Zusatzeinnahmen:

  • Strom (nach Verbrauch oder pauschal)
  • Ver- und Entsorgung (Frischwasser, Grau- und Schwarzwasser)
  • WLAN
  • Waschmaschine und Trockner (hohe Marge)
  • E-Bike-Verleih oder Kooperationen mit Radverleihern
  • Brötchenservice, Automaten, Shuttle, Kooperationen mit lokalen Betrieben

3. Belegungsquote (die Herausforderung der Saisonalität)

In der Hochsaison sind viele Plätze zu über 80 % belegt. Der Jahresdurchschnitt kann aber stark einbrechen, wenn Sie die Nebensaison nicht bearbeiten. Hier liegt der eigentliche Unterschied: Saison verlängern = Gewinne stabilisieren. Weihnachtsmärkte, Thermen, Wintersportgebiete und Städtereisen bringen auch im Winter Wohnmobilisten.

4. Kostenstruktur (mehr Automatisierung = mehr Marge)

Die Kosten, die an der Marge nagen, sind immer dieselben:

  • Personal: Check-in, Kassieren, Beantworten von Anfragen
  • Nebenkosten: Strom und Wasser (vor allem bei „alles inklusive“-Tarifen)
  • Wartung und Reinigung
  • Gebühren: Zahlungsabwicklung, Buchungsportale, Marketing
  • Formalitäten: Für ausländische Gäste ist auch auf Plätzen für Wohnmobile ein Meldeschein auszufüllen (§ 29 Abs. 2 und 4 Bundesmeldegesetz), und viele Kur- und Urlaubsorte erheben eine Kurtaxe oder einen Gästebeitrag. Ohne Automatisierung kostet das jeden Tag Zeit (mehr dazu in Meldeschein auf dem Wohnmobilstellplatz und Kurtaxe auf dem Wohnmobilstellplatz).

Reibung im Betrieb zu verringern ist nicht nur „Komfort“: Es ist geretteter Umsatz.

5. Durchschnittspreis pro Nacht (ADR)

In Deutschland verlangen einfache Stellplätze häufig zwischen 10 und 20 € pro Nacht, Strom oft extra nach kWh, dazu je nach Ort Kurtaxe oder Gästebeitrag. Zwei Beispiele aus der Saison 2026:

  • Die Wohnmobilstellplätze des Zweckverbands Brombachsee in Franken kosten 12 € pro Nacht, Strom 1 € pro kWh, dazu ein Gästebeitrag von 1,50 € pro Erwachsenem und Nacht.
  • Der Stellplatz an der NaturTherme Templin in Brandenburg kostet 14 € unter der Woche und 18 € am Wochenende (zwei Personen), Strom 0,50 € pro kWh, Kurtaxe 2 € pro Person und Nacht.

Beachten Sie auch: Manche Gemeinden bieten Stellplätze kostenlos oder sehr günstig an. Haben Sie so einen in der Nähe, beeinflusst das Ihren Preis.

Was Sie verlangen können, hängt ab von:

  • Lage und direktem Wettbewerb (auch kostenlosen Plätzen in der Nähe)
  • den im Preis enthaltenen Leistungen
  • der wahrgenommenen Qualität: Einfriedung, Beleuchtung, Sauberkeit, Beschilderung, Online-Bewertungen

Wie viel Sie verdienen können: 3 realistische Szenarien

Grundformel:

Umsatz Stellplätze = (Anzahl Plätze) × (durchschnittliche Belegung) × 365 × (Durchschnittspreis/Nacht)

Dazu kommen Zusatzeinnahmen (Strom, Waschmaschine, E-Bikes, Automaten, Late Check-out usw.).

SzenarioPlätzeØ Belegung€/NachtGrundumsatz+ ExtrasGesamt
Vorsichtig2040 %12 €35.040 €+10 %~38.500 €
Basis3055 %15 €90.338 €+15 %~103.900 €
Optimistisch3065 %20 €142.350 €+25 %~177.900 €

Klassisches Beispiel: 30 Plätze × 60 % Belegung × 15 €/Nacht = ~98.600 €/Jahr (nur Übernachtungen).

Das sind Simulationen, keine Versprechen: Ersetzen Sie jede Zahl durch die Werte Ihrer Region (Preise der Plätze in der Umgebung, echte Belegung der Konkurrenz, Ihre Services). Und denken Sie daran, dass es Bruttopreise sind: Die Umsatzsteuer geht noch ab (siehe Steuerhinweis unten).

Betriebsmarge: Wie viel bleibt übrig?

Die Marge hängt vor allem davon ab:

  • wie viel Personal Sie brauchen
  • wie hoch Ihre Strom- und Wasserkosten sind
  • ob Sie einen Kredit oder Pacht für das Grundstück zahlen
  • wie viel Sie an Zusatzleistungen verkaufen

Beispiel: Im Basis-Szenario (rund 103.900 € Umsatz) bleiben bei einer Betriebsmarge von 25 % etwa 26.000 € Betriebsergebnis pro Jahr. Mit viel Personal oder schlecht kalkulierten „alles inklusive“-Tarifen kann dieser Prozentsatz deutlich sinken.

Anfangsinvestition: die wichtigsten Posten

Die Investition hängt stark vom Grundstück und den nötigen Arbeiten ab. Die üblichen Posten sind:

  • Stromsäulen (kostenpflichtig oder inklusive)
  • Ver- und Entsorgungsstation für Frischwasser, Grau- und Schwarzwasser
  • Sanitärmodule in Fertigbauweise, falls Sie sie anbieten
  • Sonstiges: Einfriedung, Beleuchtung, Videoüberwachung, Untergrund, Beschilderung, Schranke, Planung und Genehmigungen

Die Aufschlüsselung nach Posten finden Sie in Kosten und Infrastruktur eines Wohnmobilstellplatzes.

Genehmigungen: Baurecht und Landesrecht entscheiden

In Deutschland gibt es kein einheitliches bundesweites Verfahren für Wohnmobilstellplätze. Grob gesagt kommt es auf drei Ebenen an:

  • Planungsrecht: Ist ein Stellplatz an dieser Stelle überhaupt zulässig? Das hängt vom Bebauungsplan oder, ohne Plan, von der Lage des Grundstücks ab. Im Außenbereich ist es oft schwierig; manchmal braucht es eine Änderung des Bebauungsplans durch die Gemeinde.
  • Bauordnungsrecht der Länder: Die Errichtung oder Nutzungsänderung erfordert in der Regel ein Verfahren bei der unteren Bauaufsichtsbehörde nach der jeweiligen Landesbauordnung.
  • Camping-Verordnungen der Länder: Ob Ihr Stellplatz als Campingplatz gilt und welche Anforderungen dann greifen, regelt jedes Land selbst. Baden-Württemberg zum Beispiel hat seine Campingplatzverordnung zum 1. Juli 2023 vereinfacht: Eine Anlage nur für Wohnmobile und Wohnwagen gilt dort erst ab sechs Plätzen als Campingplatz, und Stellplätze ohne Infrastruktur fallen aus der Verordnung heraus (Landesministerium Baden-Württemberg). Andere Länder regeln das anders.

Dazu kommen die Gewerbeanmeldung und die Abstimmung mit dem Abwasserbetrieb für die Entsorgung. Der erste Schritt ist deshalb immer ein Gespräch mit Ihrer Gemeinde und der Bauaufsicht. Fördermöglichkeiten für touristische Infrastruktur unterscheiden sich ebenfalls je nach Land und Region; fragen Sie bei der Wirtschaftsförderung oder Ihrer Landesförderbank nach. Einen Überblick über die Regeln haben wir in Vorschriften für Wohnmobilstellplätze in Deutschland und Wohnmobilstellplatz eröffnen zusammengestellt.

Übersetzt: 2026 erwarten Wohnmobilisten ein einfaches, schnelles Erlebnis: vom Handy aus buchen, bezahlen und hineinfahren, ohne auf jemanden zu warten.

7 Strategien, um auch in der Nebensaison zu verdienen

  1. Dynamische Preise: Wochenenden und Brückentage ≠ ein Dienstag im November
  2. Pakete: 2 Nächte + Shuttle, 3 Nächte + E-Bike
  3. Lokale Kooperationen: Thermen, Museen, Weingüter, Gastronomie, Radtouren
  4. Zusatzleistungen mit hoher Marge: Waschmaschine, Brötchenservice, Late Check-out
  5. Gepflegtes Google-Unternehmensprofil: professionelle Fotos, Antworten auf Bewertungen, vollständige Infos (auch auf Englisch und Niederländisch)
  6. Aufenthalt ohne Reibung: buchen → bezahlen → hineinfahren (ohne Warteschlange)
  7. Echte Automatisierung: weniger festes Personal = stabile Kosten das ganze Jahr

Steuerhinweis: Sprechen Sie vor der Eröffnung mit Ihrem Steuerberater

Wie Ihr Stellplatz besteuert wird, hängt davon ab, wie Sie ihn aufstellen: als Einzelunternehmen oder Gesellschaft, im Haupt- oder Nebenerwerb, mit oder ohne Kleinunternehmerregelung. Ein paar Punkte, die Sie ansprechen sollten:

  • Umsatzsteuersatz: Die kurzfristige Vermietung von Campingflächen kann nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG dem ermäßigten Satz von 7 % unterliegen; Leistungen, die nicht unmittelbar der Vermietung dienen, sind davon ausgenommen, auch wenn sie im Preis enthalten sind. Wie Strom, Wasser, Entsorgung oder Extras bei Ihnen einzuordnen sind, sollte Ihr Steuerberater klären.
  • Kleinunternehmerregelung: Nach § 19 UStG gilt sie derzeit, wenn der Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet. In allen drei Szenarien oben liegt der Umsatz über der Vorjahresgrenze.
  • Einkommen- und Gewerbesteuer sowie die Frage, ob Grundstück und Anlagen im Privat- oder Betriebsvermögen stehen.

Klären Sie das alles mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie Ihre Preise festlegen.

Häufige Fragen

Was kostet es, einen Wohnmobilstellplatz zu eröffnen?

Das hängt vor allem vom Grundstück und den Arbeiten ab: Ein einfacher Platz mit Ver- und Entsorgungsstation und Stromsäulen ist etwas ganz anderes als eine komplette Anlage mit Sanitärgebäude, Gastronomie und Premium-Service. Die wichtigsten Posten sind die Herrichtung des Geländes, Stromsäulen, die Entsorgungsstation, Einfriedung, Beleuchtung und das Verwaltungssystem.

Wie viel verdient man mit einem Wohnmobilstellplatz?

Mit typischen deutschen Preisen, 20 bis 30 Plätzen und einer durchschnittlichen Belegung von 40 bis 65 % reicht der Umsatz in unseren Szenarien von rund 38.500 € bis etwa 177.900 € pro Jahr (brutto). Was übrig bleibt, hängt von Automatisierung und Kostenstruktur ab.

Welche Genehmigungen braucht man für einen Wohnmobilstellplatz?

In der Regel müssen Planungsrecht (Bebauungsplan oder Lage des Grundstücks) und Bauordnungsrecht des Landes passen, meist mit einem Verfahren bei der Bauaufsicht. Je nach Land greift außerdem die Camping-Verordnung. Dazu kommen Gewerbeanmeldung, Meldeschein für ausländische Gäste und gegebenenfalls Kurtaxe. Weil sich die Regeln von Land zu Land unterscheiden, ist der erste Schritt das Gespräch mit Gemeinde und Bauaufsicht.

Lohnt es sich, den Stellplatz zu automatisieren?

Ja. Automatisierung senkt die Personalkosten (den größten Posten), beseitigt Warteschlangen an der Einfahrt, ermöglicht Buchungen rund um die Uhr, vereinfacht Formalitäten wie die Gästeerfassung und verbessert das Erlebnis der Gäste.

Wann hat sich die Investition amortisiert?

Teilen Sie die Anfangsinvestition durch das erwartete jährliche Betriebsergebnis: Mit den Szenarien oben ist das in einer Minute gerechnet. Eine gute Lage, ein Preis über dem regionalen Durchschnitt und eine hohe Marge dank Automatisierung verkürzen die Zeit deutlich.

Fazit: der entscheidende Faktor

Ein Wohnmobilstellplatz kann 2026 eine sehr rentable Investition sein. Gewinnen werden aber diejenigen, die:

  • eine starke Lage haben (oder eine klare Strategie für die Nebensaison)
  • Zusatzleistungen klug verkaufen
  • Kosten und Reibung durch Automatisierung und schnelle Zahlungen senken

Wie CamperGate Ihnen hilft

Die Marge eines Stellplatzes entscheidet sich bei den Fixkosten. CamperGate automatisiert das, wofür Sie heute an der Einfahrt stehen müssten, damit Ihr Platz Umsatz macht, auch wenn Sie nicht da sind.

✅ Buchungen und Zahlungen online, 24/7: Karte, Apple Pay und Google Pay, ohne Provision auf die Buchungen, ab 49,99 €/Monat oder 2,50 € pro bestätigter Nacht
✅ Zufahrt per QR-Code und Schranke: Anbindung an NICE, CAME, BFT und FAAC, ohne Personal an der Einfahrt
✅ Digitaler Check-in: Der Gast erfasst seine Daten selbst auf dem Smartphone, auch mit Foto des Ausweises; die Daten sind bereit für Meldeschein und Kurtaxe
✅ Belegung und Einnahmen in Echtzeit: Dashboard mit Vorjahresvergleich und Export, dazu vernetzte Stromsäulen mit Abrechnung nach kWh

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